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MÉMOIRES

PRÉSENTÉS A

L'ACADÈMIE IMPÉRIALE D ES SCIENCES

DE

ST-PETERSBOURG

PAR

DIVERS SAVANTS

ET LUS DANS SES ASSEMBLÉES.

Tome IX ET DERNIER.

Avec XII Planches, une Carte, une Table des matières et une Liste alphabétique des

auteurs pour tous les volumes.

+ SAINT -PETERSBRBOURG. IMPRIMERIE DE L’ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES.

1359. A Commissionnaires de l’Académie Impériale des sciences: à St.-Pétershourg a Riga à Leipzig MM. Eggers et Comp., M. Samuel Schmidt, M. Léopold Voss.

Prix: 5 Roubl. 90 Kop. arg. 6 Thir. 17 Ner.

imprimé par ordre de l’Académie. Septembre 1859.

C. Vessélofski, Secrétaire perpétuel.

TABLE DES MATIÈRES.

Page. Carz Jon. Maximowicz. Primitiae florae Amurensis. Versuch einer Flora des Amurlandes. Mit

10 Tafeln und einer Karte

Lo GE ER SEMESTRE. en PARUS 1 G. Gersrrezpr. Ueber Land- und Süsswasser-Mollusken Sibiriens und des Amur-Gebietes.

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Ueber die Flusskrebse Europa's. Mit einer Tafel....................... 549

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PRIMITIAR FLORAE AMURENSIS.

VERSUCH

EINER FLORA DES AMURLANDEN

Carl Joh. NMaximowiez.

Reisenden des Kaïiserlichen botanischen Gartens zu St. Petersburg.

Mit 10 Tafeln und einer Karte,

Der Akademie vorgelegt am 29. Januar 1858.

Mém. des sav. étrang. T. IX. * {

Yorrede.

Im Herbste 1853 wurde ich vom Kaïserlichen botanischen Garten zu St. Petersburg beauftragt die Fregatte Diana auf einer Reise um die Welt als Botaniker und Sammler des Gartens zu begleiten. Nachdem ich aber Rio de Janeiro, Valparaiso und Honolulu besucht und am {1-teu Juli 1854 die Bai de Castries an der mandshurischen Küste erreicht hatte, zwang mich hier der unterdess mit England und Frankreich ausgebrochene Krieg die Fregatte Diana zu verlasseu. Mein günstiger Stern hatte mich in das jüngst von Russland besetzte Amurland geführt und ich hatte für die noch übrige Zeit meiner Reise, nämlich bis zum Herbste 1856, das in unserer Zeit so seltene Glück, mich der Erforschung eines noch in jeder Beziehung ganz unbekannten Landes widmen, zugleich aber die ersten, unter den schwierigsten Verhältnissen erkämpften Entwickelungsstufen einer jungen, vom Mutterlande weit entfernten und während der Kriegszeit von der Welt abgeschnittenen Colonie, mitmachen zu kônnen. Erst am 17-ten März 1857 kehrte ich über Sibirien und das europäische Russland nach St. Petersburg zurück. Hier wurde mir, in Erwartung einer zweiïten wissenschaftlichen Reise nach dem fernen Osten, vom Kaiserlichen botanischen Garten die Bearbeitung meiner im Amurlande gesammelten Pflanzen übertragen.

Wäbrend ich mich mit der Bearbeïitung meiner Amur-Ausbeute beschäftigte, wuchs mir, wie es oft zu gehen pflegt, das Material unter den Händen. Mein Freund Leopold von Schrenck, der Reïisende der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, mit dem zusam- men ich die meisten meiner Fabrten im Amurlande gemacht habe, gestattete mir die von ihm gesammelten Pflanzen meiner Enumeratio einzuverleiben, Der Akademiker Herr Dr. Ruprecht überliess mir mit grosser Liberalität die von Herrn Maack an Amur gemachten botanischen Sammlungen, so weit er sie nicht schon selbst bearbeitet hatte. Endlich fand sich im Museum des botanischen Gartens ein Päckchen mit Pflanzen vor, welche ein Marineofficier Herr Orloff | in den J. 1849 und 1850. in der Nähe der Amur-Mündung und am Tugurflusse gesammelt und dem Garten übermacht hatte. Durch alle diese Beiträge nun wird meine Arbeit, statt der Anfangs projectirten blossen Aufzäblung der Pflanzen meiner Reise, zu einem sämmitliche bis jetzt aus dem Amurlande mitgebrachten Pflanzen umfassenden Werke.

4 Maximowicz.

Bevor ich eine Auseinandersetzung des Plans meiner Arbeit beginne, halte ich es für nothwendig die bisher verôffentlichten Arbeiten über die Amurflora, und ferner eine Uebersicht sämmtlicher Reisen und Excursionen im Amurlande, auf denen Pflanzen gesammelt worden sind, vorauszuschicken, letzteres theils, weil sich gegenwärtiges Werk auf diese Reisen stützt, theils damit der in Zukunft das Land bereisende Botaniker sehen künne, auf welche noch ganz unbekannten oder wenig erforschten Gegenden er seine Aufmerksamkeiït zunächst zu wenden habe. Ich beginne mit den Reisen.

Turczaninow bereiste im Jahre 1833 den obern Amur von Ust-Strelotschnoi Karaul bis etwa Albasin, uod schickte Pflanzen vou dort an's Museum des botanischen Gartens.

Ich selbst untersuchte vom 11-ten 25-ten Juli 13854 die West- und Südküste sowie die Inselu der Bai de Castries, landete am f{-sten und 2-ten August am Cap Lazarefl und an einer ibm gegenüber liegenden kleinen Felsinsel, und besuchte am 5-ten und 6-ten August die etwas südlich von der Amur-Mündung gelegene Insel Üsjut, sowie das an der Mündung selbst gelegene Gillaken-Dorf Pronge. Ein Aufenthalt von einem Monate (vom 7-ten Aug. bis zum 6-ten Septbr.) in Nikolajewsk liess mich die Herbstflora der nächsten Umgegend dieses Ortes ziemlich gründlich kennen lernen, und während einer Reise zu Boote, die ich nach meinem Winteraufenthaltsorte, dem 300 Werst von Nikolajewsk Amur-aufwärts gelegenen Posten Ma- riinsk (Kitsi) machte, botanisirte ich überall wo ich landete, soweit es die vorgerückte Jahres- zeit und die Kürze der mir vergünnten Zeit gestattete. Als ich am 21-ten September Mariinsk erreichte, war die Vegetation schon so herbstlich, dass ich nur noch vom 9-ten 22-ten Oc- tober einen Ausflug über den See von Kitsi und über Laud nach der Bai de Castries machte, um dort Meerespflanzen zu beobachten. Am 29-ten April 1855, d. h. sogleich nach dem Auf- gange des Eises ging ich in zwei zweirudrigen Bôten den Amur aufwärts, um sodapn.wie ich hoffte in den Ussuri einzudriagen, allein nachdem ich zu Ende Mai die Dondon-Mündung er- reicht hatte, zwangen mich Umstände, deren Erôrterung hier fern liegt, nach Kitsi zurückzu- kehren, von wo ich erst nach einem 21-lägigen Aufeuthalte am 24-ten Juni, dies Mal bios mit einem Boote und our zwei Ruderern, eine zweite Reise flussaufwärts antreten konnte. Jetzt ge- lang es mir am {-sten Aug. in den Ussuri eiozudringen und ihn bis zur Einmündung des Nor aufwärts zu verfolgen (1 {-ten August), worauf aber Mangel an Provision und Krankbeït eines meiner Ruderer sowohl mich als L. von Schrenck, mit dem ich die Reise zusammen gemacht batte, zur Rückkehr nach Marïinsk zwang, das wir am 3-ten September erreichten. Der hier bereits eingetretene Spätherbst binderte mich an weitern Reisen. Das Frühjahr des Jabres 1856 musste ich, mit Ausnahme einer kleinen Excursion nach der Mündung des in den Kitsi-See fallenden, von Süden kommenden Jai-Flusses, im Posten Mariinsk zubringen, da man in diesem Jabre einen Aogriff der Alliirten auf die Amur-Mündung erwartete: nur nach eingetroffener Friedens-Nachricht erbielt ich wieder Ruderer, musste mich aber zugleich auch zur Rück- reise nach St. Petersburg rüsten. Erst am 8-ten Juli gelang es mir aufzubrechen; es war so spät geworden, dass ich meine Reise sehr beeilen musste, wollte ich noch vor dem Gefrieren des Amur im ersten russischen Dorfe in Trans-Baikalieu eivtreffen, und semit durfte ich auf

PRIMITIAE FLORAE AMURENSIS. 5

den untern Amur weuig Zeit, sondern musste diese ganz auf den von mir noch nicht besuchten südlichen und obern Stromlauf verwenden, an welchem letztern jedoch die Vegetation sich bald jeder Beobachtung unter dem inzwischen gefallenen Schnee entzog. Am 8-ten October, uach dreimonatlicher Ruderfahrt, erreichte ich Ust-Strelotschuoi Karaul, glücklich meine grôsste, anstrengendste und letzte Fahrt auf dem Amur beendet zu haben.

Herr Dr. L. v. Schrenck sammelte Pflanzen auf folgenden Reisen: am 26-ten Juli 1854 in der Bai Hadshi (Barracouta-bay der Engländer, Kaiserhafen der Russen), wober ich noch an- fübre, dass ich Pflanzen von diesem Standorte, im Sommer 1855 gesammelt, auch vom Herrn Kusnezoff erhielt, ferner botanisirte Schrenck beim Dorfe Meo unweit Nikolajewsk im Aug. 185%, machte im ersten Früblinge 1855 die Reise von Nikolajewsk bis nach dem 70 Werst oberhalb Kitsi gelesenen Dorfe Pulssa und besuchte darauf im Anfange Juni's die Umgebung des Postens Alexandrowskoï in der Baï de Castries. Endlich machte er botanische Sammlungen auf seiner Rückreise den Amur aufwärts von Nikolajewsk bis Ust-Strelotschnoi Karaul, im Sommer 1856.

Herrn Maack, Reisenden der Kaiserlichen Russischen geographischen Gesellschaft, war es vergôünnt, auf einer Reise den Amur abwärts von Ust-Strelotschnoi Karaul bis Mariinsk im J. 1855, die Früblingsflor des obern Amur (bis zur Seja-Mündung) und den Frühsommer des südlichen kennen zu lernen, während er auf seiner Rückreise die Herbstflor des untern und süd- lichen Amur zu beobachten Gelegenheit hatte. |

Herr Dr. Weyrich, damals Arzt auf dem Dampfschooner Wostok, besuchte im Septem- ber 1853 Noto-Sama und im Jul 1854 die Braunkohlenbucht südlich von Dui, beides Oert- lichkeiten der Westküste Sachalins, sowie er mir auch einzelne Pflanzen vom Nord-Ende dieser Insel, von der Amur-Mündung und aus der Bai Hadshi mittheilte.

Endlich hatte Herr Carl von Ditmar, der Erforscher Kamtschatka’s, die Freund- lichkeit, auf einer sehr eiligen Reise Amur-aufwärts früh im J. 1856 einige Pflanzen zu sam- meln, unter denen sich blühende Exemplare mancher Arten befinden, welche von andern Rei- senden nur im Fruchtzustande beobachtet worden sind.

Am Schlusse dieser Uebersicht über die Amur-Reisen muss ich noch hinzufügen, dass man von ihnen nicht das verlangen kann, was man von unter gewôühnlichen Umständen ausge- fübrten wissenschafthichen Excursionen zu erwarten das Recht hat. Man bedenke vielmehr, dass der Amur-Reisende jener Zeit, mit den geringsten Mittelu ausgerüstet und in kleinem Ruderboot, meist stromaufwärts, ungeheure Streckeo durchrudern muss, willer dieser grossarti- ven aber einfôrmigen Natur môglichst viele Seiten ablauschen, dass er immer wieder zu den für iho meist ungünstig gelegenen Niederlassungen, den Ausgangspunkten seiner Reise, zurück- kebren muss, während der Fabrt sehr oft selbst am Steuerruder steht, nur wenige Stunden täglich zum Aufenhalt auf dem Lande erübrigen, also nicht tiefer in dasselbe eindringen kann, endlich aber in stündlicher Gefahr schwebt, die mühsam erworbenen Sammlungen auf der Monate langen Reise verderben oder zu Grunde gehen zu sehen.

Aus dem Vorhergehenden erhellt schon dass die Ufer des untern Amur von seiner Mündung

6 Maximowicz.

bis zum Ussuri der am besten bekannte Theil des Amurlandes sein muss, allein auch hier fehlt für das Mündungsland (Nikolajewsk) die Frühlings- und Sommerflora bis zum August, und für den zwischen den Mündungen des Dondon und Ussuri gelegenen Theil die Flora des Frühjabrs. Kitsi und Mariinsk, wo zu allen Jahreszeiten von mir botanisirt worden, ist zwar botanisch am besten bekannt, aber so ungünstig gelegen, dass es viele Pflanzen, welche ober- und unterhalb vorkommen, nicht besitzt. Während der untere Amur bis zum Ussuri zu verschiedenen Jahres- zeiten stromauf- und abwärts sieben Mal befahren worden, ist der südliche Amur (ober- balb der Ussuri-Mündung) viel weniger bekannt, indem er nämlich bis etwa zu dem un- terhalb der Bureja-Mündung an ihn herantretenden Gebirge nur 4 Mal, im Frühjabre gar nicht, in dem oberhalb der Bureja- und bis zur Komar-Mündung gelegenen Theiïle nur 1 Mal sebr flüchtig im Frübjahre und 2 Mal, ebenfalls flüchtig, im Herbste untersucht wurde, wäh- reud am obersten Stromlauf vom Komar bis Ust-Strelotschnoi Karaul nur ein Mal im Früh- linge und sebr oberfläcblich botanisirt worden ist. Eine sebr reiche Gegend des südlichen Amur, das Bureja-Gebirge, ist nur im Durchfliegen gleichsam berübrt worden, und wird gewiss noch eine sebr reiche Ausbeute liefern. Am Littorale ist die Baï de Castries noch am gründlichsten untersucht, wäbrend die Baum- und Strauchvegetation der Bai Hadshi noch fast unbekannt ge- blieben, und das Littorale nordwärts von der Amur-Mündung ganz uoberübrt ist. Ebenso unbetreten sind die Nebenllüsse des Amur, mit einziger Ausnahme des Ussuri, wo ich in der ersten Hälfte August's 2 Wochen lang botanisirte.

Veroffentlicht sind vou den Pflanzen, die am Amur gesammelt wurden, bisher nur wenige. Turczaninow beschrieb im Bull. de la Société des naturalistes de Moscou, 1840. p. 69. Le- spedeza bicolor n. sp. Ruprecht gab im Bulletin de l’Académie de St.-Pétersbourg, t. XV: Die ersten botanischen Nachrichten über das Amurland, Abth. I. Beobachtungen von Maxi- mowicz, über die wichtigern Bäume und Sträucher, p. 120 sq., und Anhang: novae species bherbaceae, ibid. p. 209 sq., Abth. Il. Bäume und Sträucher, beobachtet von Richard Maack, ibid. p. 257 sq.— Ebenfalls im Bulletin der Akademie erschien: Vegetationsskizzen des Amur- landes, gesammelt von dem Reisenden des Kaiserlichen botanischen Gartens zu St. Petersburg, H. Maximowicz, nebst Bemerkungen über die von demselben eingesendeten Bäume und Sträucher vom Director E. Regel, ibid. p. 211 sq.

Meine «Primitiae florae Amurensis» zerfallen in zwei Theile: einen systematischen oder speciellen, und einen allgemeinen. Der specielle Theil enthält die Aufzäblung aller bis jetzt bekannten Pflanzen der Amurflora nach dem in De Candolle’s Prodromus systematis regni ve- getabilis befolgten natürlichen System, wobei, ausser Ledebour's Flora Rossica, überall noch folgende Nachbarfloren citirt werden: Turczaninow, Flora baicalensi-dahurica; Bunge, Enumeratio plantarum Chinae borealis: Turczaninow, Enumeratio plantarum Chinae borealis quas collegit el. Kirilow (in Bull. de la Soc. de Moscou, X. 1837, p. 148 sq.) und andere Arbeiten desselben Verfassers, in denen chinesische Pflanzen erwäbnt werden; Trautvetter und Meyer, Florula Ochotensis (in Middendorff's sibirische Reise, Bd. I. Th. 2. Botanik, 3-te Lieferung); endlich Regel und Tiling, Flora Ajanensis (nondum edita), welche letztere ich nach

PRIMITIAE FLORAE AMURENSIs. 7

dem im Museum des botanischen Gartens befindlichen Original-Herbarium citire. Die Original- Exemplare der Pflanzen sämmtlicher genannten Werke, die sich theils im botanischen Garten, theils im Museum der Akademie der Wissenschaften befinden, sind in den von mir bear- beiteten Familien stets berücksichtigt; da wo dies nicht geschah, habe ich es meist ausdrück- lich bemerkt. Ausser den Amur-Pflanzen sind aus dem reichen Herbar nord-chinesischer Pflanzen, das im Besitz des botanischen Gartens ist, neue Arten die mit am Amur wachsenden grosse Verwandtschaft zeigen, hinzugezogen und kurz beschrieben worden. Die ausführlichen Fundorte der Amur-Pflanzen sind zur leichtern Uebersicht unter 7 verschiedene Rubriken eingeordnet worden: 1) die Insel Sachalin, 2) das Littorale (Bai de Castries, Bai Hadshi, der Liman, die Amur-Mündung bis Nikolajewsk und weiter aufwärts), 3) der untere Amur, bis zur Ussuri-Müodung, #) der südliche Amur, bis zur Seja-Mündung, wobei das Bureja-Gebirge (wie ich nach dem Vorschlage Herrn von Middendorffs das üstlich von dem Bureja-Flusse strei- chende Gebirge, den Chingan einiger und der neuern russischen Karten, nennen will) noch be- sonders angeführt wird, 5) der obere Amur, bis Ust-Strelotschnoi Karaul, d. h. bis zum Zu- sammenflusse des Schilka und Argun, 6) die Flüsse Schilka und Argun, 7) der Ussuri. Es sind diese Abtheilungen zum grüssten Theile von der in jeder Rubrik leicht in die Augen fallenden Verschiedenheit der Vegetations-Physiognomie hergenommen, zum Theil aber, wie 7) der Us- suri, der mit dem südlichen Amur dieselbe Vegetation besitzt, willkübrlich. Endlich kommen in dem speciellen Theile die Pflanzennamen der Eingeborenen, nebst Angaben über die Be- nutzuog einzelner Pflanzen vor. Was die Vülker betrifft, deren Pflanzennamen ich môglicbst vollständig zu sammeln bemüht gewesen bin, so genüge hier anzuführen, dass die Gillaken das Münduogsland des Amur, das nordwärts von seiner Mündung gelegene Littorale und die nôrd- liche Hälfte von Sachalin bewohnen und eine in Beziehung auf ibre linguistische Verwandt- schaft noch nicht bekannte, sehr eigenthümliche Sprache sprechen, die Oltscha aber (Mangunen der Russen) die das Amur-Ufer bis zur Garin-Mündung, die Golde, welche es bis zum Sungari bewohnen, die Orotschi, welche das zwischen Amur, Ussuri und dem Meere gelegene Waldland durchstreifen, so wie die Ssamager am Hyngu nnd Garin dem tungusischen Stamme ange- hôren, so zwar dass die Golde eine sich dem Mandshu sebr annähernde Sprache sprechen, während endlich die am obern Amur nomadisirenden Manägir reine Tungusen sind. Alle vorkommenden Volks-, Pflanzen- und Ortsnamen sind nach der deutschen Aussprache mit môglichster Annäherung an den ursprünglichen Laut gegeben.

Der allgemeine Theil wird enthalten: eine topographische Skizze des Amur-Landes als eines in sich abgeschlossenen Floren-Gebiets, Angaben über das Klima des Landes, eine Ver- gleichung der Flor mit benachbarten Floren, einen Versuch die Physiognomie der Amurflor zu schildern, endlich Angaben über die Verbreitung einiger Holzgewächse, zum Theil nach von Eingeborenen eingezogenen Erkundigungen.

Dass ich den allgemeinen Theil nicht, wie es gewübnlich geschieht, zu Anfang des syste- matischen, sondern erst nach diesem gebe, erklärt sich daraus, dass der Druck dieser Arbeit, soll der Verfasser bei dessen Beendigung noch zugeger sein, vor dem vollständigen Abschluss des

8 MaAximMowIcz.

Werkes beginnen muss, allgemeine Folgerungen sich aber erst dann ziehen lassen, wenn säimmt- liches Material schon systematisch bearbeitet ist.

Zum Schlusse bleibt mir noch die angenehme Pflicht übrig, den Männern, die mit Rath und That meine Arbeit gefürdert, meinen wärmsten Dank auszudrücken. Vor Allen muss ich den Akademiker Herrn Dr. Ruprecht nennen, der mir in so manchen schwierigen Fällen mit seinem Rathe zur Seite stand und namentlich bei Viola, Epilobium, Sedum, den Gramineen etc., meiner Unerfahrenheit zu Hülfe kam, der mich die reichen Sammlungen der Akademie mit seltener Liberalität benutzen liess, und endlich die Euphorbiaceae für meine Flora bear- beitete. Mein unvergesslicher Lebrer Herr Dr. Al. v. Bunge war, obgleich mit grôssern mono- graphischen Arbeiten beschäftigt, so gütig, meine Cruciferen, die Gattung Pedicularis, und die Salsolaceae zu übernehmen, während der Herr Dr. E. R. von Trautvetter in Kiew durch seine Bearbeitung der Salicaceae, Ulmaceae, Betulaceae und Coniferae dieselben zu einem Schmucke meines Werkes machte. Mein Freund der Herr Mag. Friedrich Schmidt in Dorpat, bestimmte die Umbelliferae und Polygonaceae. Herr Dr. Fr. Kôrnicke endlich war so freundlich die Commelynaceae zu bearbeïten. Ihnen Allen sei hiemit ôffentlich mein wärmster Dank gesagt.

L SPECIELLER THEIL.

DIGOTYLEDONEAE.

THALAMEFLORAE. Orvo I. RANUNCULACEAE.

(4) 1. Clematis angustifolia Jacqg. Enum. p. 311.— Ej. icon. rar. I. t. 104. Ledeb. fl. ross. L. p. 2. Turez. FI. baic. dah. L. p. 24. Ej. Enum. Chin. bor. in Bull. Soc. Mosc. X. p. 148. n. 2.

Hab. Auf trockenen Abhängen und Wiesen am südlichen Amur stellenweise: Ossika (L. v. Schrenck). Dyrrki ete., am Ussuri bei Nor, selten. Am obern Amur von der Seja-Mündung aufwärts ungemein häufig. Ende Juni's blühend (v. Ditmar), Anfang September’s mit reifen Früchten.

Jacquin in seiner Enum. a. a. O. nennt den Stengel dieser Pflanze, wohl durch einen Schreibfehler, kletternd. Seine Abbildung stimmt mit der dahurischen Pflanze überein, wenn man etwas magere Exemplare zur Vergleichung nimmt. Unsere (und die mongolisch-chinesische, von der ich zahlreiche Exemplare verglich) bilden eine kräftigere, wahrscheinlich die Stammform, die übrigens durch zahlreiche Mittelglieder in die nordische (dahurische) übergeht. Die Blatt- abschnitte sind nämlich bei unserer Pilanze mehr einander genähert, die dem Stengel zunächst gestellten oft noch mit einem Neben-Segment versehen, die Abschnitte sind breiter, lanzetthich, ja sogar elliptisch-lanzetthich, mehr oder weniger tief getheilt oder auch ungetheïlt, die Blumen endlich sind zahlreicher, so dass sie sich oft bei der fruchttragenden Pflanze in eine Masse von Carpellen verfilzen; sie varhren übrigens in der Grôsse und Behaarung der Aussenseite der Sepala bedeutend. L

Ausserdem ist bei Seiskoi-Piket, am 1-ten Sept. 1856, ein blühender Spätling gesammelt worden, der, wahrscheinlich aus einer abgeweideten Pflanze emporgewachsen, durch bloss dreigeschnittene Blätter mit ungetheïlten oder 2 3-lappigen - oder - getheilten Endab- schnitten und ganzen oder hier und da mit einem Zabn versehenen seitlichen Abschnitten von

der Stammpflanze abweïcht. Mém. des say. étrang. T. IX. 2

10 MAxIMOWICz.

(2) 2. Clematis mandshurica Rupr. in Maack, in Bull. Acad. Petersb. XV, p. 514, n. 4. CI. (Flammula) caule decumbente vel suberecto ramosissimo: foliis subcir- rhosis pinnatisectis, segmentis petiolulatis ovatis ovato-cordatis vel rarius cordatis, acutis vel acuminatis, foliorum inferiorum saepe trisectis; paniculis axillaribus cum terminali trichotomis paucifloris folio plerumque brevioribus; carpellis duplo quam in Cl. recta majoribus, compressis, rotundatis marginatis rugosis, caudis duplo ut in Cl. recta longioribus.

Hab. In der Waldregion des untern Amur, an einem einzigen Orte: an grasigen Waldrän- dern bei Pyreerga, sehr selten; am südlichen Amur vom Ussuri aufwärts spärlich: auf Wald- wiesen bei Gaide, auf einer Sandinsel bei Chaïi; bäufig im Bureja-Gebirge, im Rasen südlich gelegener Abhänge, und bis zur Mündung der Seja hinauf angetroffen. Nach Maack auch am obern Amur (Onon). Blüht im Juli, mit reifen Früchten Ende August's.

Foliorum primordialium paria duo infima ovata, basi cordata, apice acuta, integra, tertium pinuatifidum, sequentia normalia.

Obgleich diese Art mit Cl. recta in dem gerieften Stengel, der schwachen aber etwas ab- stehenden Pubescenz der am Rande etwas eingerollten Blätter, der Grôsse der Blumen (die in beiden Arten innerhalb gewisser Grenzen variürt) und in der Form und Behaarung der Sepalen übereinstimmt, so scheint sie doch durch die obenangeführten Merkmale sehr verschieden zu sein, wenn man sie mit der Stammform von C1. recta vergleicht. Es liegen aber im hb. Fisch. Exemplare der CL. recta vor, namentlieb ein von Boschniak am Caucasus gesammeltes, die ebenfalls einen etwas niederliegenden Stengel, sehr entwickelte Blätter, und bei den untern dreischnittige Segmente besitzen, so dass sie von unserer Pflanze, bei feblenden Früchten, nur durch den Blüthenstand zu unterscheiden sind. Indem ich es der Cultur überlasse, zu zeigen, ob unsere Art constant ist oder nur eine, durch den üppigen Boden erzeugte, Spielart, führe ich zur Vergleichung Cl. recta mit ihren Formen vor:

CI. recta L. caule erecto ad apicem ramoso; foliis pinnatisectis, segmentis petiolulatis ovatis vel ovato-lanceolatis acuminatis. integerrimis vel bi-trilobis; inflorescentia terminali co- rymboso-paniculata multiflora; carpellis compressis ovatis marginatis subrugulosis, duplo ut in Cl. mandshurica minoribus, caudis duplo brevioribus.

B. orientahis m. caule suberecto; foliorum (inferiorum saltem) segmentis trisectis, lacinis ovato-lanceolatis. In Caucaso: Boschniak, in hb. Fisch. C1. lathyrifoha Trautv. in Ind. sem. h. Kiov. 1841, non Bess.

Y. lathyrifolia m. caule erecto, foliis inferioribus bi-pinnatisectis, segmentis ovato-lanceo- latis. C!. lathyrifoha Bess.! in Fisch. hb. (expl. e h. Cremen.).

Wie von Cl. angustifolia so liegen auch von Cl. mandshurica einige Exemplare vor, die von der Stammform abweichen, indem die untern Blätter dreischnittig sind und nur die obern fiederschnittig werden, während die Blumen weniger zahlreich und etwas kleiner sind.

(8) 3. Clematis fusca Furez. Bull. Soc. Mosc. 1840, p.60. —Rupr. in Maack L c. p. 514. n. 3. Ledeb. L. c. p. 725.— Middend. Reise, Bot., F1. Ochot. p. 5, n. 1.

PRIMITIAE FLORAE AMURENSIs. 11

Regel et Tiling. F1. ajan. nond. ed. (herb.). C1. kamischatica Bong.! Bull. Acad. Petersb. 1841, VIII, p. 339.

Mit europäischen und asiatischen Arten kaum zu vergleichen, am nächsten der ameri- kanischen C1. Viorna L. stehend, von der sie sich durch folgende Kennzeichen sehr unter- scheidet :

Pedunculis interdum plurifloris brevibus villosis (neque 1-floris elongatis glabris vel ad apicem tantum villosiusculis), sepalis brevius acuminatis, antheris villosissimis, carpellis duplo majoribus, caudis fuscolutescentibus longissimis.

Caulis debilis, sex pedes usque scandens, sulcatus, ubique, ad bases foliorum densius, pubescens. Folia primordialia villosula, subpinnatisecta, petiolo alato, segmentis sessilibus lan- ceolatis indivisis; folia superiora parce pilosopubescentia, pinnatisecta, petiolo longissimo cir- rhoso, segmentis versus folii apicem valde magnitudine decrescentibus, brevius vel longius petiolulatis, ovato-lanceolatis, ovatis vel cordatis, acuminatis vel acutis, integerrimis vel dente uno alterove auctis vel in lobos plus minus profunde fissis vel denique trisectis, lacinüs petiolu- latis vel sessilibus atque saepe iterum lobatis vel dentatis. Peduuculi axillares crassi, dense fuscovillosi, primum ad surmmum pollicares, basi bracteis duabus minutis, indivisis, trisectis vel raro pinnatisectis, fulti, serius saepe accrescentes. ex axillis bractearum pedicellos subpollicares floriferos emittentes. Flos cernuus. Sepala # vel 5 (usque 6, Turez.), genitalia superantia, con- niventia, margine subrevoluta, apice demum recurvata, ovato-oblonga acutiuscula vel rarius breviter acuminata, dorso fuscovillosissima, intus glabrata reticulatovenosa, pallide sordideque purpurascentia vel decolora. Stamina omnia fertilia, in flore vix expanso caudas superantia, in adulto ïis aequalia, demum breviora, filamentis ubique, praesertim versus apicem antherisque dorso dense fuscovillosis. Carpella sat numerosa, compressa, plana, pubescentia, caudis longis fuscolutescenti-pilosis.

Var. violacea Maxim. Sepalis dorso glabratis sordide violaceis margine tantum albido- villosis, foliorum segmentis angustioribus plerumque integerrimis.

Hab. Die Stammart wächst auf Wiesen und in sonnigen Gebüschen am Amur, von der Müodung an: Dorf Pronge (Dr. Weyrich), bis oberhalb der Komar-Mündung, und noch hôüher binauf, wo ich sie wohl wegen des schneebedeckten Bodens nicht mehr sah; am Ussuri seltener. Die var. vwolacea : auf Wiesen, zwei Tagereisen oberhalb der Sungari-Mündung, 11 Aug. 1856 (f, et frf.; cum genuina). Sie blüht Eude Junï's, reife Früchte Ende August's.

Uebergänge von der Stammart zur Varietät sah ich am uwntern Amur, wo die Pflanze zu- weilen im Schatten des Waldes, wenn gleich immer einzeln, vorkommt und alsdaun fast glatte Sepalen besitzt.

Ich glaube das Amurland als das wahre Vaterland dieser Pflanze betrachten zu müssen, da sie hier am häufigsten und am üppigsten gefunden wird, und zwar vorzüglich das Land zwischen dem Bureja-Gebirge und etwa Kitsi. Von dem erstern nach Daurien hin wird sie seltener und wächst in Daurien nach Turez. nicht, ebenso kommt sie auch um Pekin nicht vor, verbreitet sich aber nach Nord und Ost nach den Kurilen (hôchst wahrscheiolich auch nach

12 MaxIMOWICZ.

Sacbalin), nach Kamtschatka und nach dem Littorale des Ochotzkischen Meeres, wo sie in dem kurzen Sommer, von Ajan z. B., eine aufrechte niedrige 1 3 blüthige Pflanze wird (die var. ajanensis Reg. et Tiling.).

(4) 4. Clematis aethusaefolia Turez. Dec. 3. pl. Chin. in Bull. Soc. Mosc. VOPATST.

Var. latisecta Maxim. caule foliisque subtus magis puberulis, pube subpatente; foliis bipinnatisectis, segmentis tripartitis vel subtrisectis, lacintis cuneatis inciso-serratis: pedunculis quam in planta genuina brevioribus.

Hab. Am südlichen Amur: an sonnigen Felsen zwischen Kinneli und Oettu, nicht bäutig, 3 Aug. (flor.); an Felsen bei Chüngare, gesellig; auf nach Süd gerichteten Felsparthieen bei Dyrrki, häufig; 4 Aug. 1856 (flor.)

Flores magnitudine, ut in genuina C!. aethusaefolia, varii, ejusdem coloris; sepala 4 con- niventia apice revoluta, oblonga vel anguste oblonga, abrupte acutata, dorso praecipue ad mar- ginem pubescentia, nervosa. Carpella circiter 15, (immatura) plana, pubescentia, caudis villosis fere pollicaribus.

Unterscheidet sich auf den ersten Blick so sehr von der Stammart, dass ich sie für speci- fisch verschieden gehalten hätte, wenn nicht unter den ziemlich zahlreichen Exemplaren der echten Cl. aethusaefohia, die ich vergleichen konnte, welche gewesen wären, deren Pubescenz ebenfalls stärker und abstehender, die Segmente mancher Blätter, obleich viel kleiner, doch von derselben Form wie bei unserer, die Blüthenstiele und axillären Blüthenstände eben so lang wie das Blatt, so dass als einziger durchgreifender Unterschied die absolut grôssern Blätter und weniger fein zerschnittenen Blattabschuitte unserer Pflanze übrig blieben.

(3) 5. Atragene alpina L. var. (A. platysepala Trautv. et Mey.) in Midd. 1. c. p. 5. n. 2. Rupr. in Maack. L. c. p. 513. n. 2. A. alpina B. ochotensis Rgl. et Tiling, 1. c.

Hab. An Waldsäumen der Küstenregion: in de Castries, am Boden niederliegend; 15 Jul 1854 (fr. immat.); um die Bai Hadshi (Kusnetzoff. Capit. frfera duplo majora ac in À. alpina genuina, sed caudae sordidae nec fulvae); am ganzen Amur, in Nadelwäldern, selten in Laub- wäldern, und nur an schattigen Stellen. Blüht Mitte Mai, reife Früchte Ende August’'s.

Nom. Gillaccis: tchrop(?), Goldis: kotschiémpa.

Var. sibirica. A. sibirica DC. Rupr. in Maack. 1. c. 0. 1.

(6). 6. Thalictrum aquilegifolium H. Led. ll. c. I, p. 5. Turez. |. c. LE p. 27. Midd. |, c. p. 5. n. 3. Th. aquil. B. sibiricum Rel. et Tiling. L. c.

Hab. Wächst im ganzen Amurlande, im Süden nicht so häufig als im Norden. Blüht vom Ende Maïs bis in den August, die ersten reifen Samen Ende Julis. Die Blumen sind meist rôthlich, doch kommt sie auch ziemlich häufig mit weissen vor.

(3) 7. T'halictrum sparsiflorum Turez. | c. p. 27. Led.l. c. p. 5. Midd. 1. c. p. 6. n. 4. Rgl. et Tiling. L c.

PRIMITIAE FLORAE AMURENSIS. 13

Hab. An Waldrändern, in der Æüstenregion: um die Bai de Castries, selten, 20 Juli 1854 (fr. nond. mat.). Die zwei gesammelten Exemplare zeichuen sich durch hühern Wuchs une festere Blattconsistenz vor den transbaikalischen aus, und stimmen vollkommen mit den um Ajan gesammelten überein.

CI. Asa Gray (in PI. Wright. 2.p. 8. adnot., vid. Smithson. Instit. V) conjungit speciem hanc cum Th. clavato Hook. (non DC.), sed quaeritur, viditne cl. auct. plantam Hook. statu fructifero? Examinato specimine florente ex loco «la Loche» Th. clavati Hook.! (in hb. Fisch.) differentiam a Th. sparsifloro Turcz. perspexi in staminibus, quae in hoc ovaria duplo, in illo antherae tantum longitudine superant, nec non in rigiditate plantae baicalensis, que tamen flac- cidior est quam specc. prope Ajan collecta et Amurensia; slipites ovariorum in planta americana mihi breviores visi sunt quam in Th. sparsifloro. Aliae differentiae verosimiliter eruendae, si {acultas erit utramque speciem statu fructifero comparandi. «Th. clavatum DC.» saltem (Gray et Carey pl. exs. in hb. Acad. Petrop., cum synon. «Th. filipes Torr. et Gray») bene differt a Th. sparsifloro Turcz.: fructibus duplo minoribus semiobovatis (nec semiobovato-orbiculatis), longius stipitatis, stipite fructum subaequante, vel imo superante, stylo brevissimo, pedunculis

fructiferis rectis, (neque ipso apice recurvis).

(S) 8. Thalictrum filamentosum Maxim. nm. Sp. Th. (Physocarpum) stolo- nibus perennans, radice fibrosa; folio radicali caulem dimidium superante vel rarius aequante, biternato: foliolis petiolulatis orbiculato-ovatis vel orbiculatis, basi (oblique) cordatis, crenato- lobatis, interdum apice trilobis, obtusissimis vel rarius obtusiusculis; caule subadscendente erecto; foliis caulinis (2) oppositis sessilibus semiamplexicaulibus orbiculato-ovatis basi cordatis crenatolobatis apice trilobis; corymbo aphyllo subdensifloro; floribus in pedunculis solitariis staminibusque erectis; staminibus sepala subduplo ovariaque superantibus : filamentis basi ca- pillaribus apice elliptico-dilatatis anthera oblonga plus quam triplo latioribus; carpellis 2 4 semiellipticis utrinque acuminatis teretibus apice subincurvatis parallele striatis, stipites suos subquadruplo superantibus, stigmate sessili apice recurvo.

Hab. Im südlichen Theile des wntern Amur: in Laubwäldern am Fusse des Geong- Rückens, gegenüber Zjanka, häufig; 24 Mai 1855 (flor.).

Pulcherrima species, nullae e notis affinis. Th. clavatum DC. (Hook.!) longe differt caule foliato elatiore debili, secd. Hook. fl. bor. am. basi aphyllo, secd. Deless. Ie. t. 6. folia radicalia duplo superante, foliolis multo minoribus, panicula subfoliosa, filamentis anthera duplo tantum latioribus ovaria aequantibus, ovariis numerosioribus (5 —6 DC., 8 Ic. Deless., 8 10 Hook.). Th. fiipes Torr. et Gray cum Th. clavato jungitur, v. supra s. Th. sparsifloro. Th. dioicum, habitu clavato afline, ideoque a nostro abunde diversum, filamentis filiformibus aliisque notis abhorret.

Radix fibrosa, e collo surculum emittens tenuem, nudum, vel hinc inde syuamatum, apice radicantem, mox folio radicali instructum, proximo anno floriturum. Tota planta glaberrima. Folium radicale (2 decim. altum) caulem dimidium superans, rarius aequans, petiolo (1 dec.

14 MaAxIMoOwIcz.

longo) teretiusculo, cavo, biternatim ramoso, petiolulis primariis aequilongis (7 centim.). Fo- Dola terminalia longius (3 centim.) lateralia brevius (2 cent.) petiolulata, trinervia, orbiculato- ovata vel orbiculata, lateralia basi oblique cordata, omnia crenatolobata, obtusissima vel obtu- siuscula, 4 6 cent. longa, 3 5 cent. lata; interdum per tria in unum maximum, latius quam longum (7 cent. longum, 8 cent. lat.), basi profundius cordatum, apice manifeste trilo- bum, ceterum conforme, connata. Caulis ipsa basi arcuato-adscendeus, ceterum erectus, (3 dec. altus), tenuis, sulcatus, inanis, paullo altius altitudine folii radicalis duobus foliis caulinis in- structus oppositis, orbiculatoovatis basi cordata semiamplexicaulibus atque invicem sese tegenti- bus, crenatolobatis, apice trilobis, obtusis, 2 5 cent. latis, 4 6 cent. longis. Pedunculi e brevi spatio ad apicem caulis orti, filiformes, 2 3 cent. longi, basi bracteis minutis obtusis- simis vel rarius infimus folio unico, rarissime duobus, inaequalibus, caulinis similibus, sed 2— minoribus fulti, in corymbum 10 20-florum dispositi, plerique simplices, non- oulli trifurcati, pedicellis 1 2 cent. longis, basi bracteolis stipatis, mediis quam laterales duplo brevioribus. Flores erecti, Â cent. magni. Sepala oblonga vel obovato-oblonga, 3 millim. longa, { mill. lata, Î-nervia, obtusa vel subemarginata, albido-flavescentia, revoluta. Siamina sepala subduplo ovariaque superantia, patentia, filamentis basi capillaribus, a medio ad apicem ellipticodilatatis, candidis, anthera oblonga, quam clava filamenti plus triplo augu- stiore atque breviore, flavescente. Carpella 2— 5, semielliptica, utrinque acuminata, apice subincurva, teretia, longitudinaliter parallele nervosa, stipitata: stipite ({ mill. longo) carpello (4 mill. longo) quadruplo breviore; stigmate minuto sessili, apice recurvo. Fructus ignoti.

(9) 9. Thalictrum Baicalense F'urez. Cat. Baic. p. 5. F1. baic. dah. p. 29. Ledeb. fl. ross. 1, p. 7.

Hab. Am untern Amur stellenweise häufig, z. B. in sonnigen Gebüschen der Insel von Büngssa, ziemlich häufig, 24 Mai 1855 (flor.); im Laubwalde um's Dorf Borbi, an schattigen Stellen, häufig, 27 Juni 1855 (frf.). Am obern Amur: bei Albasin, 4 Juni 1855 (f., Maack).

Wegen der ähnlichen Blätter und der weissen Blüthen leicht mit magern Exemplaren von Th. aquilegifolium zu verwechseln.

(40) 10. Thalictrum mucronatum Ledeb.? |. c. I, p. 8 Turez. Add. Emend, baic. dah. p. 1. Th. elatum Turez.? 1. c. I, p. 32. Th. elatum var. mu- cronatum Rgl. et Tiling? 1. c.

Hab. Am südlichen Amur, unterhalb Onni, auf Wiesen in lichten Laubwäldern, 2 Aug, 1856. (fr. immat.)

Die wenigen gesammelten Exemplare, mit unreifen Früchten, lassen keine genaue Bestim- mung der Art zu, stimmen aber bis auf einige seltene Stipellen an den Blättern mit den altai- schen Exemplaren im hb. Led. überein, während die Steppenform (hb. Led.) durch genäher- tere festere glänzende Blättchen abweicht. Ob aber Th. mucronatum wesentlich von Th. maus verschieden ist? Ledebour 1. c. giebt als hauptsächliche Unterschiede an: unterhalb glauke Blättchen und fast horizontale Rispenäste bei Th. majus, allein seine Exemplare des letztern

PRIMITIAE FLORAE AMURENSIS. 15

sird, bis auf im trockenen Zustande unkenntliche Glaucescenz der Blätter, von altaischen Exem- plaren des Th. mucronatum seines Herbars nicht zu unterscheiden. Th. majus selbst ist aber eine zweifelhafte Art, und wird von Einigen, vielleicht mit Recht, zu dem vielgestaltigen Th. minus gezogen.

(#4) 11. Thalictrum (angustifolium Jacq. var.?) amurense Maxim. foliis ambitu late triangularibus tripinnatis stipellatis, foliolis oblongis cuneatis obtusiuseulis, terminalibus trifidis, glabris superne opacis subtus pallidis; stipulis inferioribus rotundatis, superioribus ovatis erectis; paniculae elongatae anguste oblongae ramis inferioribus subvirga- tis; floribus ad apices ramulorum fasciculatis.

Hab. Am untern Amur: auf steinigem feuchtem Boden des Amurufers bei Ssargu, unter Carices, zerstreut, 14 Juli (flor. et defl.), auf mit Gesträuch bewachsenen Wiesen bei Zjanka, nicht selten, 14 Juli 1856 (flor.). Am südhichen Amur: eine Tagereise oberhalb der Sungari- Mündung, 17 Juli 1856 (L. v. Schck., flor.).

Die kräftige, 3 hohe Pflanze stimmt, bis auf die angegebenen Kennzeichen, mit üppigen breitblättrigen Gartenexemplaren des Th. laserpitifolium W. (C. A. Mey. hb!) überein, und übernimmt im Amurlande gauz die Rolle von Th. angustifolium. Es findet sich auch eine Form, die durch noch üppigern Wuchs und oberhalb glänzende Blätter zu ihr in dasselbe Verhältniss tritt, wie Th. laserpitüfolium W. zu Th. angushfolium Jacq., und sich durch ruthenformige untere Rispenäste und fast doppelt so grosse Blumen vor der Stammform auszeichnet. Ich be- zeichne sie als

forma foliis superne lucidis.

Letztere Form sammelte ich in zwei Exemplaren auf feuchten Wiesen der Inseln oberhalb

Dole (am untern Amur), 20 Juli 1856 (florere incipiens).

(42) 12. Thalictrum sp. (Th. an appendiculatum C. A. Mey.?)

Hab. Am Ussuri, in Laubwäldern bei Aua, an nach NW. gerichteten Abhängen, nicht selten, 9 Aug. 1855 (expl. unicum lectum, fr. immat.).

Das gesammelte Exemplar ist eine 3’ hohe Pflanze mit beblättertem Stengel, 4-fach ge- fiederten Blättern mit Stipellen und breiter Blüthenrispe. Es ist vielleicht eine neue Art. Am meisten nähert es sich noch einem cultivirten Exemplare in Fisch. hb., das von C. A. Mey. als appendiculatum bezeichnet ist, unterscheidet sich aber von ihm durch die Blätter, die bei diesem bloss 3-fach gefiedert sind, und die Zahl der Früchtchen (bis 6, beim Garten- exemplare bis 12). Die Zah]l der Früchtchen stimmt dagegen mit der altaischer Exemplare von Th. appendiculatum, allein der niedrige Wucbs, der fast blattlose Stengel, die kleinen Blätter und die schmale Blüthenrispe dieser letztern geben ihnen einen sebr verschiedenen Habitus.

(48) 13. Thalictrum sp. aff. Th. medio Jagqg. H. Vindob. II, t. 96.

Hab. Eine halbe Tagereise oberhalb der Sungari-Mündung, auf Sanddünen mit magerer Wiesenvegetation, am rechten Amur-Ufer, häufig; 8 Aug. 1856 (frf.).

Es liegen 2 Exemplare dieser Pflanze vor, die im ganzen mit der citirten Abbildung

16 MaAxIMowWIcz.

übereinstimmen, und sich von Exemplaren von Th. medium aus dem Wiener Garten (in hb. Mertens.) nur durch etwas breitere Blättchen und grôssern Wuchs unterscheiden.

(#4) 14. Ebenfalls zu der Gruppe von T'halictrum medium gehôrt ein blühendes Exemplar, das von mir in Gebüschen bei Adi, am 5 Jul 1855 gesammelt worden ist. Es hat einen hohen Wuchs, breitdreieeckige, unten glauke, mit Nebenblättchen versehene, dreifachge- fiederte Blätter, keilf‘rmige, an der Spitze scharf eingeschnittene Blättchen, eine grosse breit- oblonge zerstreutblüthige Rispe, kurze Blüthenstielchen, kleine beiderseits stumpfliche Frücht- chen. Sie passt zu keiner bekannten Art vollständig.

(43) 15. Fhalictrum trigynum Fisch.! hb.— Led. l. c. p. 11.—Turez. INCHp- O0

Hab. Auf Ueberschwemmungswiesen, und an trockenern Stellen des obern Amur, 5 Ta- gereisen oberhalb der Seja-Mündung, und von hier an flussaufwärts überall häufig, 6 Sept. 1856. (frf.)

(86) 16. K'halictrum kemense Fr. var.stipellatum €. A. Mey.! hh. Th. kamitschaticum N y1.! (hb. Acad. Petrop.) et Spicil. pl. fenn. Cent. II, 1844, p. 9. Th. majus Schtdl., Linn. VI, p. 573, secd. Nyl. Planta provenit stipellata et exstipellata; ad exstipellatam spectant: Thal. kemense Led.! 1. c. p. 13. Th. mucronatum à genuinum Reg]. et Til.! 1. c. et fortasse: Th. kemense Fr. var. ramosum Fr. Mant. I, p. 48; vix? Ej. Summa Veget. Scand. I, p. 137. î |

Hab. Am untern Amur, am häufgsten im mittleren Theïle desselben : bei Kitsi und Ssu- tchu, im Gebüsch und an Waldrändern sehr häulfig, 19 Juni (flor. incip.), 21 Juni (flor.); bei Dsifu in grasreichem Birkenwalde zerstreut, 10 Juli 1855; (fr. immat.) etc. An der Amur- Mündung: Auf Wiesen der Insel Usjut, im Liman, sparsam, 5 Aug. 1854 (fr. immat.). Am Tatarischen Golf: Bai Hadshi, 26 Juni (flor., L. v. Schrenck!.

Es wächst unsere Pflanze, ausser am Amur und in Kamtschatka, (Kusmiszczeff, Ste- wart, Rieder, Kastalsky) auch bei Ochotzk (Kruhs, Fisch. hb. pl. culta), Ajan (Tiling) und Archangel (hb. Acad. Petrop.)

Radix repens. Caulis 4 pedes usque altus. Folia ambitu triangularia, tripinnata (foliolis tunc usque 21 centim. latis, 3 cent. longis) vel locis umbrosis bipinnata (foliolis usque ad 4} cent. latis, 6 cent. longis). Stipellae minutae, sed manifestae. Panicula ramosa, patens, usque ad apicem foliosa, sparsiflora. Pedicelli elongati, filiformes. Flores erecti. Sepala (sq. in vivo observ.) ovatoorbiculata, hinc inde irregulariter lobata, sordide albida, filamenta primum erecta, mox pendula, filiformia, sordide flavescentia, antherae mucronulatae virescenti-flavae.

Planta ad Ostium lecta minor, foliis firmioribus, exacte forma circa Ajan a Tilingio ob- servata; planta e sinu Hadshi kamtschaticae propinquior, circa bipedalis, foliis firmis, panicula minus ampla. Omnia specimina Amurensia stipellata. Planta culta e semin. Ochotensibus pani- culam habet minus foliosam, habitum strictiorem (hb. Fisch.). Exemplaria ex Archangel folio- lis eximie orbiculatis gaudent.

PRIMITIAE FLORAE AMURENSIS. . 7

(43) 17. Anemone coerulea DC. $. gracilis Led. |. c. p. 14.

Hab. In der ÆXüstenregion: auf nassen Wiesen, bei Pedan am Jaiflusse, selten, 3 Juni 1856 (fr. immat.). Um die Bai de Castries: an bewaldeten Bergabhängen, 5 Werst von der Küste landeinwärts, sebr selten, 17 Juli 185% (fr. elapsis.). Wächst auch in Ost-Sibirien, zwischen dem Aldan-Flusse und Ajan (Orloff. 1850).

Forma vegetior, ceterum cum kamtschatica congrua.

(48) 18. Anemone nemorosa L. var. Cham.et Schtd. Linn. VI, p. 574. À. nemorosa et altaica (p. p.) Led. I. e. p. 15.

Hab. In der Nadelwaldregion des untern Amur überall, zum Theil auch in Laubwäldern, doch im Norden häufiger. Begint zu blühen Ende April's, reife Früchte findet man von Ende Mai bis Ende Junïis. Ferner wächst sie auch in Kamtschatka (Eschsch., Rieder, etc.) und bei Ochotzk (Kruhs, in hb. Fisch.).

Nom. apud Oltscha: tschurktüen.

Quam planta Europaea flaccidior, petiolis magis dilatatis, patentipilosis, foliis vulgo magis incisis, fructibus parcioribus magis pubescentibus. Florum color exacte ut in europaea.

Die grôssere Behaarung nähert unsere Pflanze allerdings der À. altaica, aber sie unter- scheïdet sich von dieser durch einen gleichférmigen, nicht stellenweise verdickten, Wurzelstock, 6—7 (nur bei der kamtschatkischen häufiger 8) oblonge, und nicht 8 14 linearoblouge Sepala, spitzere ungleichere, mit Einschnitten abwechselnde Sägezähne der meist zugespitzten Blattabschnitte, die bei À. altaica sebr selten zugespitzt, und runder und gleichfôrmiger gezabnt sind. Dagegen bezieht sich die Bemerkung von Cham. et Schtd. a. a. O., dass die Pflanze Kamitschatka’s klein, wie verkümmert, sei, mit kurzgestielten Involucris und Blumen, nur auf die ersten Früblingspflänzchen; die der Erde später entstiegenen erreichen ganz die Grôsse unserer europäischen Pflanze, und selbst die erstern entwickeln sich noch während und nach dem Verblühen zur normalen Dimension und Form. Auch im europäischen Norden sind ja die Erstlinge Anfangs klein und entwickeln sich erst vollständig während des Blühens.

Die amerikanische Pflanze weicht durch grôssere Schlankheit, kleinere Blätter mit schmalern Segmenten, und rundlichere Sepala etwas ab, ohne dass man jedoch irgend welche scharfe Grenzen zwischen ihr, der europäischen und der ostasiatischen ziehen künnte.

(49) 19. Anemone udensis Frautv. et Bey. in Midd. 1. ce. p.6.n. 7.126.

Hab. Am untern Amur, mehr iv Laubwäldern: Pachale, 1 Juni {856 (flor., v. Ditmar); Poddale, in Laubwäldern häufig, 29 Mai 1855 (flor.); gegenüber Zjanka, am Fusse des Geong-Rückens, an Waldrändern, häutig; etc. Fehlt bei Kitsi.

Icon citata ad expl. depauperatum delineata. Folia demum glaucescentia, ciliata, subtus glabra vel pilis singulis adpressis adspersa, foliola involueri ut etiam foliorum radicalium bre- viter petiolulata (uti recte in icone delin., in deser. vero sessilia dicuntur), peduneuli plerumque glabri, flores albi. Fructus desideratur.

Ausser mit À. umbrosa, ist diese Art auch mit À. trifoha verwandt, welche sich aber Mém. des sav. étrang. T. IX. 3

18 MaAxiMowIcz.

durch ihr freudiges Grün, flache verbreiterte Blattstiele, oblonglanzetiliche, zugespitzte, ungleich- gesägte Blätichen, ovale Sepala, kurzen Griffel, sehr unterscheidet.

(20) 20. Anemone dichotoma IL. Turez.]. c. p.42. 4. pensylvanica Led. fL. ross. I. p. 17. Midd. 1. c. p. 17. n. 9. Rgl. et Til. 1. c.— A. radice tenui, horizon- taliter repente, gemmis squamatis caules annuos florentes foliis radicalibus destitutos emittenti- bus obsessa; caule breviter subadpresse hirsuto dichotome ramoso; foliis caulinis utrinque pi- losis demum glabratis per bina oppositis sessilibus horizontaliter squarroso-patentibus triparti- tis, laciniis basi subaequilatis lanceolatis basi integerrimis ipso apice trifidis serratisque vel in- cisoserratis; pedunculis e dichotomiis caulis ramorumque omnibus praeter summas steriles nu- dis {-floris; sepalis stamina triplo superantibus; stylis in flore ovario glaberrimo brevioribus fere rectis; carpellis maturis ovatis glaberrimis, in rostrum subrectum fructus tertiam partem non aequans sensim abeuntibus, margine crasso cireumvallatis, area centrali ovata acuta.

Hab. Ueberall im Amurlande ungemein häufig; doch in de Castries und am Liman nicht beobachtet. Blüht von der Mitte Mars bis zu Ende Juni's, reife Früchte Ende Juli's.

Folia radicalia a me frustra quaesita nullibique visa, unico excepto a Tilingio circa Ajan collecto, quod iis A. pensylvanicae conforme. Flores albi subtus rubedine suffusi, Pyri Mali florentis odorem spirant.

Auf über siebenzig vollkommen übereinstimmende Exemplare aus allen Gegenden Sibi- riens, dieser, schon von Linné durch die meisten der angeführten Kennzeichen unterschiedenen, Pflanze gestützt, kann ich nicht umhin, sie von À. pensylvanica specilisch zu trennen, und gebe hier eine auf über zehn Exemplare dieser letzteren gegründete Diagnose von 4. pensylvanica L. :

Anemone pensylvanica L. radice subrepente (Hooker); caule (bienni?) basi foliis radicali- bus instructo patentim hirsuto; foliis caulinis infimis ternis, concavis, patulis, juventute sericeo- villosis demum sericeopilosis, sessilibus, tripartitis, a medio incisoserratis; pedunculis ex omni- bus tri-atque-dichotomiis caulis ramorumque ortis nudis 1-floris, numerosioribus; sepalis sta- mina quadruplo superantibus; ovariis villosis stylo apice hamato brevioribus; carpellis pilosis suborbiculatis, in rostrum subrectum vel apice recurvatum aequilongum abrupte abeuntibus, margine subincrassato, area orbiculata.

Folia radicalia semper adsunt. Flores albi, rubedine nulla (Pursh.).

Hab. in America boreali, ubi A. dichotoma vera rarissima videtur.

(21) 21. Anemone Baicalensis Furez. |. c. p. 40. Led.l. c.p. 17.

Var. glabrata Maxim. pedunculis parce pilosis foliisque subciliatis, ceterum glabra; par- titionibus foliorum profundioribus, manifestius incisis: pedunculis saepius solitarüs.

Hab. Am untern Amur: an Wiesenrändern bei Myllki, ziemlich selten, 16 Mai (florere incipiens, fl. albis, vespere nutantibus); bei Daisso, im hohen Grase des Laubwaldes häufg, 26 Mai (flor.); bei Dole, an ähnlichen Stellen häufig, 27 Mai 1855 (for. et deflor.)

Nomen. Goldis: tur-ka, i. e. tur kokuka, herba tuberosa, ob tuberculos minutos, autumno (ex relatione incolarum) rhizoma obsedentibus (?).

PRIMITIAE FLORAE AMURENSIS. 19

Rad x non fibrosa, uti vult cl. Turcz., sed rhizoma tenue, horizontaliter